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"Gesellschaft für Energieversorgung Ostalb" will fairer, regional verwurzelter Versorger vor Ort sein.

Die GEO? Das ist doch irgendwas mit Energie. Stimmt schon. Doch was macht die GEO eigentlich genau? Und was bringt sie Otto-Normalverbraucher unterm Rosenstein? Geschäfsführer Tobias Koller und Heubachs Bürgermeister Frederick Brütting geben einen Überblick.

Was ist die GEO?

Ursprünglich stand GEO für "Gasversorgung Essingen-Oberkochen". Die GmbH wurde 1981 gegründet. Oberkochen und Essingen hielten jeweils 50 Prozent der Anteile. Heubach ist seit 2013 Mitglied als Gesellschafter mit 20 Prozent der Anteile. Ziel ist laut Bürgermeister Frederick Brütting diesen Anteil bis 2023 auf ein Drittel zu erhöhen. Seit dem Eintritt Heubachs heißt die GEO "Gesellschaft für Energieversorgung Ostalb". Durch den Zusammenschluss von Oberkochen, Essingen und Heubach entstand eine Art "interkommunales Stadtwerk". In Heubach hat sie 2013 die Stromnetze und 2014 die Gasnetze gekauft. Nun steigt sie auch in den Vertrieb ein, verkauft also selbst Strom und Gas. Die Gemeinde Bartholomä wird beliefert, hält aber keine Gesellschaftsanteile.

Organisation:

Der Sitz der GEO ist Oberkochen mit fünf festen Mitarbeitern. "Wir kaufen aber auch Leistungen zu", sagt Geschäftsführer Tobias Koller, der sehr zufrieden ist mit der "schlanken Organisation". Der Aufsichtsrat, in dem unter anderem die Bürgermeister der beteiligten Kommunen sitzen, hat zwölf Mitglieder, die laut Frederick Brütting gleichberechtigt und auf Augenhöhe zusammenarbeiten.
Ob es in Heubach eine Außenstelle geben wird, ist noch unklar. Eine solche würde jedenfalls dem Anspruch der GEO genügen, bürgernah und regional verwurzelt sein zu wollen. "Denkbar wäre es", meinte Frederick Brütting. "Aber vieles kann ja übers Telefon oder das Internet laufen".

Was bringt die GEO den Kommunen?

"Energienetze sind Teil der Infrastruktur wie Straßen und Wasser", davon ist Frederick Brütting überzeugt. "Diese dürfen wir als öffentliche Hand nicht allein dem Markt überlassen". Diese politische Überzeugung - und damit der Erwerb der GEO-Anteile - hat sich die Stadt Heubach bei ihrem Eintritt 2,6 Millionen Euro kosten lassen. "Den Erwerb der Stromnetze hätten wir ohne die GEO niemals schulten können", ist sich Frederick Brütting sicher. Anders als auf kurzfristige Gewinne angelegte Konzerne könnten die Kommunen selbst über Investitionen entscheidend und damit langfristig und nachhaltig die Energieversorgung vor Ort beeinflussen. Konkretes Beispiel gefällig? Im neuen Baugebiet "Jägerstraße II" wird es ein Gasnetz geben.
Außerdem haben die Gemeinden Einfluss auf die Art der Energie: "Unser Strom wird zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen kommen" betont Tobias Koller. Und: Durch den Zusammenschluss der Kommunen können die GEO schon alleine wegen Ihrer Größe bessere Preise für Strom und Gas erzielen, "Wir spielen jetzt schon in einer anderen Liga als vorher", sagt Tobias Koller.

Was bringt die GEO den Bürgern?

Neben dem Einfluss auf die Art der Energieerzeugung und auf die Preise bleibe mit der GEO die Wertschöpfung vor Ort. "Die Gewinne bleiben hier", sagt Frederick Brütting. 2014 hat die Stadt Heubach etwa 37 000 Euro Gewinne aus der GEO gezogen. Damit werden erst einmal die Zinsen bedient. Wenn diese abbezahlt sind, können die Gewinne grundsätzlich für alle möglichen Investitionen in der Stadt verwendet werden. Wenn die GEO ab kommendem Herbst in den Stromvertrieb einsteigt, bekommen alle (potenziellen) Kunden im Einzugsbereich ein Vertragsangebot zugeschickt. Ein möglicher Wechsel zur GEO ist laut Tobias Koller "mit einem Klick und einer Unterschrift erledigt".

Was die GEO nicht sein will:

"Es gibt immer irgendwelche Angebote, die noch billiger sind", sagt Tobias Koller. Das seien aber oft keine seriösen Anbieter, die ihre Preise nach einer Anlockphase" wieder erhöhen. Die GEO hingegen biete einen "vernünftigen Durchschnittspreis", sie arbeit grundsätzlich  kostendeckend, sei auf Fairness und Langfristigkeit ausgerichtet.

(Zeitungsbericht der Aalener Nachrichten vom 08.08.2015)