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Bienentagebuch 2020

Um Bienen zu schützen, übernimmt die GEO die Patenschaft für ein Bienenvolk. Begleiten Sie es beim Honigsammeln im virtuellen Tagebuch und erfahren sie mehr.


Hallo Bienenfreunde, was gibt es im September von den Bienen zu berichten?
Die Honigernte ist abgeschlossen und die Ableger sind gemacht, nun müssen die Völker gegen die Varroa behandelt werden und mit Zuckersirup aufgefüttert werden. Als erstes werden die Bienenbeuten mit weiteren 5 bis 6 Brutraumrähmchen mit Mittelwänden aufgefüllt, damit diese von den Bienen ausgebaut werden können und damit hier der Sirup eingelagert werden kann. Warum macht unser Imker das so: die alten Bruträhmchen sind voll mit Exkrementen der Bienenmaden und sind deshalb ganz schwarz, auf diesen Rähmchen befindet sich zurzeit die Königin mit der Brut. Die Königin wandert aber mit ihrem Brutnest im Laufe des Winters hin zum Futter also auf die neuen Rähmchen und die alten schwarzen sind dann nach dem Winter leer und können somit aus der Beute entfernt werden, diese werden dann eingeschmolzen um das Bienenwachs zu gewinnen. Der Fachbegriff in der Imkerei ist Brutraumerneuerung.

Nun ein Wort zum Zucker: da unser Imker den Bienen ein gutes Futter geben möchte verwendet er Apiinvert von der Firma Südzucker aus Ochsenfurt. Wer schon mal im Bienenschaugarten, auf der Homepage oder im Imkerlädle war der weis, dass Herr Wiech in der Imkerei sehr auf Nachhaltigkeit achtet. Das bedeutet, dass er mit Apiinvert ein natürliches Futter verwendet welches von regionalen Zuckerrüben hergestellt wird und kurze Lieferwege hat, nicht so bei Biozucker da der meiste in Südamerika aus Zuckerrohr hergestellt wird und somit lange Transportwege hat, der Maistärkesirup ist zwar billiger aber durch die Inhaltstoffe für die Bienen im Winter eher Darm belastend sein kann und vom Ausland kommt. Jedes Bienenvolk wird mit 25kg Zucker Trockenmasse eingefüttert, der Vorrat reicht dann bis April wenn die ersten Blumen wieder blühen. Dies wird aber dieses Jahr wohl durch das frühe Trachtende nicht reichen da die Völker bis September durch die Trockenheit keine Nahrung mehr gefunden haben und bereits zwischen 5 und 9 kg Futter verbraucht haben. Das bedeutet für Herrn Wiech als Imker, dass er bereits jetzt schon ca. 600 kg Sirup nachgekauft hat und für die Bienen: dass sie nicht verhungern denn mit dem geschleuderten Honig wären sie im Winter verhungert.

Was ist Varroa ? Die Varroamilbe ist ähnlich wie beim Menschen die Zecke. Die Varroa ist ein Parasit der in den 70iger Jahren aus dem asiatischen Raum durch uns Menschen eingeführt wurde, die Milbe sitzt auf der Bienen und saugt den Fettkörper der Biene aus und überträgt Viruskrankheiten. In 21 Tagen liegt die Vermehrungsrate einer Milbe bei 4 Jungtieren, also wenn der Imker nicht eingreift, können in kurzer Zeit tausende Milben im Volk sein und das Bienenvolk ist dem Untergang geweit. Bei der Varroabehandlung werden organische Säuren die sowieso im Volk vorkommen und ätherische Öle eingesetzt. Sehr beliebt ist 60% Ameisensäure, diese wird von mir nicht verwendet, da die Tracheen verätzt und die Brut vernichten kann, ich verwende ApiLifeVar das sind ätherische Öle Hautbestandteile sind Kampfer, Eucalyptusöl und Thymol ( Thymol ist ein Öl aus Bohnenkaut, Ajowan, Thymian und Oregano ) die Öle verdunsten und bewirken, dass die Varroa von den Bienen abfällt und stirbt.

Da sich die Bienen nun im " Winter " befinden, gibt es ab jetzt keine regelmäßigen Tagebucheinträge mehr über das Geschehen im Bienenstock da es nichts zu berichten gibt. 

Imker Diemar Wiech kann nicht versprechen, dass das alle Bienenvölker überleben. Aber er macht alles dafür, dass es klappt. Denn im Winter drohen Gefahren: Die Bienen können krank werden, erfrieren. Etwa zehn bis 15 Prozent schaffen es nicht durch die kalte Jahreszeit, wie der Imker bilanziert. Die Bienen sammeln inzwischen fleißig Honig – für den Eigenverbrauch.

Wussten Sie… ?

- Die Fluggeschwindigkeit beträgt bis zu 30 Stundenkilometern, bei bis zu 7200 Flügelschlägen pro Minute.
- Eine Biene fliegt in ihrem Leben etwa 8000 Kilometer.
- Unsere Bienen haben ca. 18 Kilo Honig produziert

Die Bienen befinden sich im Endspurt bei der Honigerzeugung. Da wir eine Standimkerei haben , ( die Bienen sind immer am gleichen Standort wie z.B. der Schaugarten ) ist Mitte bis Ende Juli das Ende mit dem Eintragen des beliebten Siebröhrensaft der Pflanzen erreicht.

Wir unterscheiden Blütenhonig und Honigtauhonig:

- Blütenhonig erzeugen die Bienen aus dem Nektar der Blüten dies ist gefilterter Siebröhrensaft der Pflanze. Nektar ist eine zuckerige  Lösung, diese  wird in der Blüte den Bienen angeboten, damit die Bienen die Blüten bestäuben, diese wässrige Lösung mit einem Feuchtegehalt  von 80 - 90 % holt die Biene und transportiert diese zum Bienenstock. Blütenhonig ist in der Regel weißlich bis hellgelb und wir meist cremig angeboten da dieser sonst schnell hart auskristallisiert.

- Waldhonig ist ungefilterter Siebröhrensaft von Pflanzen aus dem Wald und ist sehr Mineralstoffreich. Der zuckerhaltige Siebröhrensaft wird meist von verschiedenen Lausarten aus den Blättern oder Nadeln der Pflanzen gezogen. Den überschüssigen Zucker ihrer Nahrung scheiden sie wieder als Honigtau aus, seine Zusammensetzung  ist von vielen Umweltfaktoren abhänig und hat einen Feuchtegehalt  von ca. 70 - 80 %. Die Bienen sammeln den Honigtau.

Diese Säfte werden dann im Honigraum in einer Wabenzelle abgelegt, damit daraus Honig wird müssen die Bienen den Siebröhrensaft ca. 6 - 7 mal umlagern. Mit jedem mal Umlagern wir der in den Honigmagen der Biene aufgenommen und wieder zurück in eine Zelle gegeben. Erst wenn der Feuchtegehalt unter 20% ist ist es Honig. Wenn der Honig unter 18 % Feuchte ist wird ein feiner Wachsdeckel von den Bienen aufgesetzt um den Honig lagerfähig zu machen.

Durch das mehrmalige Umlagern  wird von den Bienen durch Futtersaftdrüsen welche sich im Kopf befinden dem Honig ein Sekret hinzugefügt welches die wertvollen Vitamine, Enzyme und  diverse Aminosäuren enthält und so den Honig für uns so wertvoll macht.

Nun kommt unser Imker ins Spiel, er holt die verdeckelten Waben aus dem Honigraum bringt diese ins Bienenhaus bzw Schleuderraum. Nun entfernt er die feine Wachsschicht ( Bild 1-3 ) stellt das Rähmchen in die Schleuder ( Bild 4+5 ) und schleudert den Honig mit der Fliehkraft der Schleuder aus den Zellen des Rähmchens. Auf den Bildern sieht man sehr schön wie hellgelb die Honigrähmchen sind, die ist nur möglich wenn keine Brut sich in den Zellen befunden hat so entsteht qualitativ hochwertiger Honig. Vor der Honigernte wird Stichprobenartig mit dem Refractometer der Wassergehalt gemessen und beim Schleudern wird der genaue Wassergehalt mit einem digitalen Refractometer bestimmt ( Bild 7 ). Wie man sehr schön sieht, wird der Honig wenn dieser aus der Schleuder läuft, gleich gesiebt um Wachsreste aus dem Honig zu bekommen ( Bild 6 ), danach kommt er dann in die Honigküche zur Weiterverarbeitung darüber werde ich an anderer Stelle berichten.

Nun hat Herr Wiech uns viel über den Honig erzählt, kommt jetzt natürlich bei vielen die Frage auf, wann gibt es den Patenhonig? Der Honig muss noch etwas ruhen und abgeschöpft werden, in Gläser abgefüllt werden und dann voraussichtlich  im September ist es soweit.

       
   

Unser Imker Herr Wiech hat uns bei seiner Kontrolle des Bienenstocks mitgenommen. Da bald die Honigzeit beginnt prüft er nach und nach die einzelnen Etagen des Bienenstocks.


Ganz oben fangen die Bienen das ausbauen an – hier gibt es bisher noch keinen Honig.

      
Hier sieht es schon besser aus, da haben die Bienen schon Honig eingetragen – man sieht auch sehr schön wie stark er schon glänzt. Der Honig ist aber noch nicht trocken genug, da die Bienen ihn momentan noch verarbeiten.


Eine Etage weiter unten haben die Bienen wie oben auch schon fleißig Honig eingetragen. Um die Honigwaben umzuarbeiten brauchen die Bienen noch ca. 1-2 Wochen, denn der Honig sollte nur 18 % Wasser oder weniger enthalten. Um dies zu erreichen, wiederholen die Bienen den Prozess immer wieder - währenddessen wird der Honig trockener und erhält die ganzen Enzyme und Vitamine.

      
Diese Etage ist bereits schon verklebt, was aber ein gutes Zeichen ist. Denn auf dem zweiten Bild sieht man wie die Waben von den Bienen verdeckelt wurden, das heißt, dass der Honig jetzt schon getrocknet wurde und er somit reif ist. P.S. Wenn man den Honig jetzt messen würde hätte dieser vermutlich weit unter 18 % Feuchtigkeit. Normalerweise erntet man Honig ab 17 % da er dann dauerhaft lagerfähig wäre.

       
Hier sehen Sie schon die unterste Etage – die Bienen gehen durch dieses Absperrgitter durch um den Honig nach oben zubringen. Die Königin kommt nicht durch dieses Gitter durch, damit Sie nicht in den Honigraum rauf gehen kann. Denn nur wenn die Brut unten bleibt hat man in den oberen Etagen einen schönen Honig. Man sieht aud dem zweiten Bild wie schwarz bzw. braun die Waben sind, dass bedeutet das dort sehr viele Hinterlassenschaften drin sind und der Honig nicht sauber ist.


Hier sieht man die Bienenkönigin, der Imker hat sie extra mit einem roten Punkt gekennzeichnet damit man Sie leichter finden kann. Denn bei einer vollen Bienenwabe ist es eine Herausforderung die Königin zu finden.


Der Imker hat nun alle Etagen geprüft und im Anschluss wieder aufeinander gestellt. In ca. 14 Tagen kann man voraussichtlich schon den ersten Honig ernten.

 

Wir sind nun im Wonnemonat Mai, die Obstblüte ist bereits vorbei und die Bienen konnten den ersten Nektar eintragen und zu Honig umarbeiten. Wenn die Bienen den Nektar eintragen hat dieser einen Wassergehalt von ca 94%. Die Bienen nehmen den Nektar ca. 6 - 7 mal aus der Zelle heraus in ihren Honigmagen und geben ihn wieder zurück in eine andere Zelle im Honigraum, dadurch trocknen sie ihn auf unter 18% Wassergehalt und setzen Vitamine, Enzyme und Aminosäuren aus Drüsen welche die Bienen im Kopf haben zu.

Nun hat auch der Imker alle Hände voll zu tun, denn es ist Schwarmzeit. Die Bienen schwärmen um sich natürlich zu vermehren. Die alte Königin nimmt die alten Bienen mit und  gründet damit ein neues Bienenvolk. Im Bienenstock wurde eine Schwarmzelle nachgezogen in welcher sich eine neue Königin befindet. In der Schwarmzelle oder auch Weiselzelle genannt befindet sich ein befruchtetes Ei und wird durch das Füttern mit Gelee Royal zur Königin. Wenn diese dann geschlüft ist verlässt sie den Bienenstock und wird von den Drohnen begattet. Nach ihrer Rückkehr ist die Königin dann für ca. 5 Jahre in der Lage, für Nachwuchs zu sorgen.

Nun kommt der Imker ins Spiel: dieser möchte natürlich den Schwarm verhindern, da ihm ein Teil des Volkes und seine gezüchtete Königin verloren gehen würde, er zusätzliche Arbeit durch das Einfangen hat und der Imker sich oft deshalb auch in Lebensgefahr begibt da der Schwarm meist hoch in den Bäumen sich sammelt. Deshalb muss er alle 7 bis 8 Tage eine Schwarmkontrolle machen und die Weisel/ Schwarmzellen herausbrechen, damit keine neue Königin schlüpfen kann und somit das Volk eine komplette Einheit bleibt. Das Volk kann so durch die volle Größe natürlich auch mehr Honig produzieren.

Bild 1 : Schwarmzellen / Weiselzellen seitlich am Rand die langen Zapfen

Bild 2: Einzelne Weiselzelle

Bild 3 und 3_1: Eine geöffnete Weiselzelle. Hier sieht man sehr schön, wie die Made im Gelee Royal schwimmt, durch das Gelee Royal reduziert sich die Schlüpfzeit der Königin von 21 Tagen bei einer Biene auf 15 Tage.
     

Bild 4: Der Imker beim Schwarm einfangen

Bild 5: Ein Schwarm hat seine Königin nicht gefunden und ist zurück gekehrt.

Die aktive Zeit bei den Bienen hat nun mit der Kirschblüte begonnen. Die Kirschblüte ist das Zeichen, dass es nun höchste Zeit ist die Honigräume aufzusetzen. Der Honigraum erfüllt nun 2 Funktionen, als erstes gibt es dem nun schnell wachsenden Bienenvolk mehr Platz. Die Königin legt nun ca. 2000 Eier am Tag und das Bienenvolk wächst auf ca. 50.000 - 60.000 Bienen an. Die Königin legt nun auch unbefruchtete Eier aus welchen dann die Drohnen schlüpfen. In speziell ausgebauten Drohnenrahmen (Bild 4) bauen die Bienen größere Zellen als auf normalen Brutwaben, denn die Drohnen sínd fast doppelt so groß als eine Honigbiene und benötigen daher in ihrer Entwicklung mehr Platz.

Unser Imker hat sich für ein Beutensystem mit dem Namen Dadant entschieden, da der Brutraum komplett vom Honigraum getrennt ist. So kann niemals Honig aus einer bebrüteten Wabe geschleudert werden. ( Jedes Lebewesen das etwas isst scheidet auch etwas aus ) Deshalb werden auch die Brutwaben mit der Zeit immer dunkler bis schwarz. Damit nur die Bienen und nicht die Königin oder Drohnen in den Honigraum kommen, wird ein sog. Absperrgitter (BILD 1 + 2 ) zwischen Brutraum und Honigraum (BILD 3 ) gelegt.

Wie auf Bild 3 sehr deutlich zu sehen ist, sind die Waben im Honigraum von hellgelb bis max. dunkelgelb. Wenn die Bienen das Wachs aus ihren Körpern schwitzen, ist es transparent und verfärbt sich dann durch Einlagerungen von Honig- und Blütenpollen in die gelbliche Farbe. Durch dieses Prinzip der Völkerführung wird Honig von höchster Qualität erzeugt. In den kommenden 3 Monaten ist die aktivste Zeit mit den Bienen.

Die Völker haben sich in den letzten Wochen überraschend gut entwickelt, die Königinnen haben grösstenteils 4-5 Brutwaben voll mit Eiern und verdeckelter Brut. Nun werden bald die Sommerbienen schlüpfen und bei gutem Wetter mit dem Nektar Eintrag beginnen.

Bild 1: so sehen die Völker nach dem Winter aus, unten im Bild sind noch Futterwaben.

Bild 2: Brutwabe mit verdeckelter Brut, die offenen Zellen (Löcher) sind Wärmezellen die von den Heizbienen genützt werden um die Brut zu wärmen.

Bild 3: vollbesetzte Brutwabe mit Königin und am rechten oberen Rand noch Reste vom Winterfutter.

Bild 4: Wildbau im Bienenstock hier seht Ihr Eier von der Königin daraus entsteht das neue Bienenleben.

Bild 5: Das Biotob welches unser Imker für die Bienen zum Wasser holen gebaut hat, wird sehr gut angenommen.

  

Als nachhaltigem Gaslieferanten liegt uns nicht nur eine zukunftsorientierte Energieversorgung am Herzen. Auch das Bewahren unserer Natur und ihrer Bewohner ist elementar. Mit einer Patenschaft für ein Bienenvolk in der Region unterstützen wir sein Fortbestand. Damit tragen wir einen wichtigen Teil  zur Bestäubung von Nutzpflanzen und Streuobstwiesen  in der Region bei. Als GEO-Kunde sind Sie eine große Unterstützung für die Umsetzung solcher Projekte.